Ausstellung „Selma“ der israelischen Künstlerin Leora Wise-Reich erinnert an ihre Großmutter Selma Reich
Leora Wise-Reich konnte ihre Großeltern Selma und Mayer Reich nicht kennenlernen, denn sie fielen dem Holocaust zum Opfer. Das Ehepaar betrieb fast vierzig Jahre ein bis 1933 sehr beliebtes Schuhgeschäft in Dessau. Ihre beiden Kinder, Irma Reich (1908-1987) und Walter Reich (1914-1999), erblickten in Dessau das Licht der Welt. Selma und Mayer Reich, die 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden, fielen dem Holocaust zum Opfer. Ihre Kinder überlebten.
Leora Wise-Reich, die Tochter von Walter Reich, wurde 1953 in Israel geboren. Über Ihre Kunst sagt sie: „Ich bin eine erzählende Malerin, Druckerin und Performerin. Meine Arbeit ist figurativ und basiert oft auf Mythen, Legenden und Familiengeschichte. Meine Bilder sind unschuldig oder rätselhaft und offen für Interpretationen, und häufig psychologisch und verletzlich.“ Leora Wise-Reich hat in Israel und in der ganzen Welt ausgestellt und gearbeitet.


Stolpersteine erinnern am Schloßplatz an Selma und Mayer Reich (Foto: Stadtarchiv Dessau-Roßlau)


Ein Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens ist die Auseinandersetzung mit dem Leben ihrer Großmutter Selma Reich. Entstanden sind drei beeindruckende Serien von Radierungen und Stickereien, die ergänzt durch eine weitere berührende Serie zur Familiengeschichte, vom 8. bis 23. Februar 2025 in der Orangerie beim Schloss Georgium in Dessau-Roßlau zu sehen sind. Die Vernissage am 7. Februar 2025 findet in Anwesenheit der Künstlerin Leora Wise-Reich statt.
Unterstützt wird die Ausstellung vom Land Sachsen-Anhalt, über das Projekt „Mémoires croisées – sich erinnern – sich begegnen“, der Stadt Dessau-Roßlau und dem Stadtarchiv Dessau-Roßlau.