Im April vor 100 Jahren
Datum
29. April 2025
18.00 Uhr
Themen
Die im Januar gestartete Lesereihe „Dessau 1925“ wird am 29. April 2025 um 18.00 Uhr im Stadtarchiv Dessau-Roßlau, Heidestraße 21 (Alter Wasserturm) mit der Lesung zum April 1925 fortgesetzt. Es lesen Andreas Hillger und Frank Kreißler.
Am 1. April 1925 nahm das mit der Kunstgewerbe- und Handwerkerschule organisatorisch zusammengeführte Bauhaus seine Arbeit in Dessau auf. Da zunächst kein Gebäude zur Verfügung stand, das groß genug gewesen wäre, die gesamte Institution aufzunehmen, arbeitete das Bauhaus in verschiedenen Provisorien in der Stadt. Das waren zum Beispiel die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule in der Mauerstraße 36 (Direktor Walter Gropius und Verwaltung), das Tuchversandhaus F. A. Seiler in der Rennstraße (Werkstätten) und das Leopold-Dank-Stift an der heutigen Museumskreuzung (Ateliers von Wassily Kandinsky, Paul Klee und Oskar Schlemmer). Damit setzte das Bauhaus sofort direkte Impulse mitten in der aufstrebenden Industriestadt Dessau.
Dessau war eine wachsende und überaus lebendige Stadt, in der die gesellschaftlichen Entwicklungen der „Goldenen Zwanziger“ Jahre in Deutschland in einem lokal begrenzten Raum deutlich sichtbar werden. Die Lesereihe „Dessau 1925“ nimmt diese Entwicklungen in den Blick und zeigt in chronologischer Form eine bunte und breite Auswahl wichtiger und interessanter Ereignisse in Dessau im Jahr 1925 in Politik, Stadtentwicklung, Industrie, Handwerk und Handel, bildender Kunst, Mode, Literatur, Tanz, Theater und Musik, Sport, Emanzipation der Frau, Vereinswesen und vielen anderen Bereichen, die damals die Menschen in der Stadt bewegten. Dazu gehörten unter anderem die Suche nach Lösungen für die großen Wohnungsprobleme, die Erstaufführung der Operette „Anneliese von Dessau“ im Friedrich-Theater, Nacktheit im Film, der städtische Haushaltsplan 1925/1926, Osterangebote von Restaurants und Gaststätten, der Wahlkampf für die Reichspräsidentenwahl, Aktivitäten der Junkers-Luftverkers AG, die Entstehung der Auferstehungs-Gemeinde in Dessau-Siedlung und eine große gewerbliche Ausstellung des Gewerbe-Vereins Dessau.
Zu dieser Veranstaltung laden das Stadtarchiv Dessau-Roßlau und die Stiftung Bauhaus Dessau ein. Der Eintritt ist frei.
Veranstaltungsort
Stadtarchiv Dessau-Roßlau,
Heidestraße 21 (Alter Wasserturm),
06842 Dessau-Roßlau
Kontakt:
Stadtarchiv Dessau-Roßlau
Heidestraße 21
06842 Dessau-Roßlau
Tel.: 0340 2041024
E-Mail: stadtarchiv@dessau-rosslau.de
Archivverbund Dessau-Roßlau
Im Februar vor 100 Jahren
Datum
25. Februar 2025
18:00 Uhr
Themen
Ringer-Turnier und Presseball, Debatten über die Wasserqualität in der Mulde und Streit um den Mieterschutz: Die Schlagzeilen aus den Dessauer Zeitungen des Jahres 1925 wirken oft merkwürdig aktuell, manchmal kurios und immer interessant. In der zweiten Folge der Lesereihe "Das Bauhaus kommt nach Dessau" am 25. Februar um 18 Uhr in der Kunsthalle des Anhaltischen Kunstvereins Dessau präsentieren Stadtarchivar Dr. Frank Kreißler und Joachim Liebig, Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Dessau, einen Rückblick auf den Monat Februar - im Abstand von 100 Jahren.
Der Eintritt zu der Veranstaltung ist frei.
Veranstaltungsort
Kunsthalle des Anhaltischen Kunstvereins
Hobuschgasse 50
6844 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340-6501443
Veranstalter
Stadt Dessau-Roßlau - Kulturamt
Zerbster Straße 4
06844 Dessau-Roßlau
Telefon: 0340-2042041
E-Mail: kulturamt@dessau-rosslau.de
Kunsthalle des Anhaltischen Kunstvereins
Dessau 1925. Das Jahr, in dem das Bauhaus kam
Eine Lesereihe der Stadt Dessau-Roßlau zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus Dessau wird das gesellschaftliche Leben, die politischen, wirtschaftlichen, baulichen sowie kulturellen Ereignisse und Entwicklungen in der Stadt Dessau in chronologischer Form von Januar bis Dezember 1925 beleuchten und dabei alle genannten Facetten aufgreifen. Neben den damals als handelnde Personen im Zentrum des Geschehens stehenden Menschen wird das Buch auch diejenigen Zeitgenossen in der Stadt in den Blick nehmen, die mit den rasanten Veränderungen ihrer Lebenswelt umgehen und zurechtkommen mussten.
In Dessau spiegelten sich die gesellschaftlichen Entwicklungen der „Goldenen Zwanziger“ Jahre in Deutschland auf geradezu idealtypische Weise: Wirtschaftsaufschwung, lautstark ausgetragene Auseinandersetzungen verschiedener politischer, sozialer und ideologischer Überzeugungen und Gegensätze, Einzug von Fortschrittsglaube und Moderne, aber auch Festhalten an lange Zeit gelebten Gepflogenheiten, Blütezeit von Kunst, Kultur und Wissenschaft, Aufbruchstimmung und Experimentieren mit avantgardistischen Stilrichtungen, zum Beispiel in Mode, Literatur, Tanz, Theater und Musik, wachsende Bedeutung des Sports, Emanzipation und Sichtbarwerden der „Neuen Frau“, Anwachsen der Stadtbevölkerung und Erweiterung des urbanen Raums.
Eine große Rolle in der Lesereihe spielt auch, wie sich das Bauhaus und die Bauhäusler im Jahr 1925 nach und nach in Dessau etablierten. Mit den Stimmen der Vertreter des Magistrats sowie der SPD- und DDP-Fraktionen votierte der Dessauer Gemeinderat am 23. März 1925 mehrheitlich für die Ansiedlung des Bauhauses in Dessau. Damit konnte das in Weimar aus politischen und finanziellen Gründen nicht mehr gelittene Bauhaus in Dessau als „Hochschule für Gestaltung“ eine neue Heimstatt finden. Wichtige Fürsprecher des Bauhauses in Dessau waren der liberale Oberbürgermeister Fritz Hesse, der Generalmusikdirektor des Dessauer Friedrichs-Theaters Franz von Hoeßlin, der freigeistige Flugzeugpionier und Erfinder Hugo Junkers und der Landeskonservator Ludwig Grote, die sich vom Bauhaus nicht nur die Lösung vieler sozialer Wohnungsprobleme für die Arbeiter der Industriereviere versprachen, sondern sich auch innovative kulturelle Impulse für die Stadt erhofften. Von Beginn an war das Bauhaus aber auch heftig umstritten und stieß aus politischen, finanziellen, wirtschaftlichen und ästhetischen Gründen in Kreisen der Bürgerschaft auf Widerstand.

Lesereihe Dessau | 1925
Das Bauhaus kommt in die Stadt
Eine Lesereihe der Stadt Dessau-Roßlau zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhaus Dessau
Vor 100 Jahren war die Stadt Dessau von industriellem Fortschritt und politischer Vielfalt geprägt. In diesem sozialen und kulturellen Klima reifte der Entschluss, dem aus Weimar vertriebenen Bauhaus eine neue Heimat zu bieten. Texte und Bilde erinnern in monatlicher Folge erinnern an wichtige Ereignisse und bedeutende Persönlichkeiten der Zeit.
Termine
29. Januar → Bauhausmuseum Dessau
25. Februar → Anhaltischer Kunstverein
25. März → Bauhausmuseum Dessau
29. April → Stadtarchiv Dessau-Roßlau
27. Mai → Mausoleum
24. Juni → Bauhausmuseum Dessau
29. Juli → Museum für Naturkunde und Vorgeschichte Dessau
26. August → Technikmuseum Hugo Junkers
26. September → Stiftung Bauhaus Dessau
28. Oktober → Bauhausmuseum Dessau
25. November → Museum für Stadtgeschichte Dessau
16. Dezember → Anhaltische Gemäldegalerie Dessau
Alle Veranstaltungen beginnen um 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.